Was ist DHG Huforthopädie?

Beschreibung der DHG e.V.:

Huforthopädie bezeichnet eine Art und Weise der Hufbearbeitung, bei der die Formkräfte des Bodens, die tagtäglich auf den Pferdehuf einwirken, produktiv genutzt werden.

Durch das Abreiben des Hornes und durch die Einwirkung des Bodengegendrucks werden die Hufe auch ohne menschliches Zutun unablässig geformt und mitunter auch ungünstig verformt. Ein häufiges Beispiel für Letzteres ist das Schieflaufen der Hufe durch eine einseitige Mehrbelastung der Hufinnenseite oder der Hufaußenseite. Ausgangspunkt für das Schiefwerden ist dabei zumeist der stattfindende Mehrabrieb auf der stärker belasteten Hufhälfte, die sich hierdurch schneller kürzt, als die weniger belastete Hufseite.

Gesunde Hufe ... kein Zufall

Gesunde Hufe … kein Zufall

Während die traditionelle Hufbearbeitung diese Diskrepanz im Abrieb stets nachträglich und durch ein einseitiges Kürzen des Hufes aufzuheben versucht, geht die Huforthopädie so vor, dass sie von vornherein steuernd in den Hornabrieb des Hufes eingreift. Um auch bei einseitig überlasteten Hufen einen gleichmäßigen Hornabrieb zu gewährleisten, werden die Hufe so bearbeitet, dass sich das Horn in bestimmten (weniger belasteten) Bezirken zukünftig schneller abreiben kann und in anderen (mehr belasteten) Bereichen verzögert abgerieben wird. Der daraufhin weitgehend geplant stattfindende Abrieb verhindert auf einfache Weise, dass der Huf ungemütlich schief wird. Auch Hufe die bereits schief geworden sind, können mit Hilfe einer solchen gezielten Abriebsteuerung wieder saniert werden. Neben dem Abrieb wirkt auch der Bodengegendruck formend auf den Pferdehuf ein. Auch dieses Moment wird bei der huforthopädischen Bearbeitung genutzt, um Hufe gesund zu erhalten.

Die huforthopädische Bearbeitung zielt im Unterschied zu anderen Bearbeitungsweisen nicht auf die Herstellung einer bestimmten Idealform am Huf, denn ein gesunder Huf zeichnet sich nicht durch bestimmte Winkelmaße oder cm-Vorgaben aus. Die Hufe der Pferde sind je nach Haltungs- und Bodenbedingungen sowie in Abhängigkeit vom individuellen Gangwerk immer ganz konkreten Abnutzungs- und Verformungskräften ausgesetzt. Im Ergebnis haben die Hufe eines Pferdes deshalb auch ihre ganz eigene charakteristische Form und Gestalt. Die Analyse der Gebrauchsspuren am jeweiligen Huf führt zu den notwendigen Bearbeitungsschritten, die ausschließlich dazu dienen, die individuellen Stärken des konkreten Hufes zu nutzen und seine Schwächen auszugleichen.

Anwendbar ist die huforthopädische Bearbeitung nur am Barhuf, da ein dauerhafter Hufschutz (Eisen- oder Kunststoffbeschlag, Klebeschuh) die planmäßige Steuerung des Hornabriebs und die gezielte Ausnutzung des Bodengegendrucks leider unmöglich macht.